Frisch?

Ist tagesfrisch gerösteter Kaffee am besten und wie bewahre ich die Bohnen am besten auf?

Es klingt zunächst einmal nach einem simplen Tipp, immer frisch gerösteten Kaffee zu verwenden. Doch so einfach, wie es scheint, ist die Angelegenheit leider nicht.                                                                                                                                                                                                     Je frischer, je besser? Das stimmt bei Kaffee ausnahmsweise nicht! Schuld daran ist das im Röstprozess entstehende CO2, welches sich kurz nach dem Rösten gehäuft in den Bohnen wiederfindet. Während der folgenden Tage "gast" der Kaffee aus und das CO2 entweicht aus den Bohnen. Aus diesem Grunde ist das Ventil, das sich in unseren Kaffeeverpackungen befindet, Gold wert. Denn wäre es nicht vorhanden, könnte das freigesetzte Gas nicht aus der Tüte heraus; es könnte schlimmstenfalls knallen.

Doch wie sehen die Auswirkugen auf den Kaffeegenuss aus?

Wieder einmal wird klar, dass Kaffee ein sehr komplexes Produkt ist. Er ist einem Reifeprozess unterworfen, an dessen Höhepunkt auch der Höhepunkt des Geschmacks anzufinden ist. Und das gebundene CO2 nimmt gewaltigen Einfluss auf den Geschmack des Kaffees. Unseren Erfahrungen nach schmeckt der Kaffee wenige Tage nach der Röstung flach und säuerlich. Der Nachgeschmack ist bitter und bei der Extraktion eines Espressos bilden sich in der Tasse kleine Bläschen. Diese Effekte verschwinden bei unseren Röstungen in der Regel nach ungefähr 7 Tage. Je nach Röstgrad und Kaffee kann es allerdings zu gewaltigen Schwankungen kommen. Empfehlungen kann da nur der Röster selbst geben.

Ist der Kaffee aber einmal ausgegast, ist nur noch sehr wenig CO2 in den Bohnen vorhanden. Der Kaffee ist damit trinkreif. Alle Geschmacksnuancen haben sich ausgebildet und auch die Süße des Kaffees ist nun viel ausgeprägter. Das von uns aufgestempelte Röstdatum kann also wichtige Hinweise liefern, ob der gekaufte Kaffee bereits den geschmacklichen Höhepunkt erreicht hat.

Was passiert nach dem Erreichen dieses Höhepunktes?

Sauerstoff kann nun mit den Bohnen reagieren und die Oxidationsprozesse fangen an, den Bohnen zu schaden. Wenn die Tüte noch verschlossen ist, verlangsamt sich dieser Prozess zwar merklich, kann aber nicht aufgehalten werden. Der Sauerstoff kann beispielsweise das enthaltene Kaffeefett oxidieren, welches dann ranzig wird. Flüchtige Aromen im Kaffee verschwinden und das Geschmacksprofil flacht ab. Unsere Verzehrempfehlung lautet aus diesem Grunde auch, dass der Kaffee innerhalb von 3 Monaten nach Röstdatum verbraucht werden sollte. Das hat nichts damit zu tun, dass der Kaffee dannach "schlecht" wäre, doch geschmacklich hat er bis dahin schon einiges eingebüst. Mahlt man den Kaffee, läuft der Prozess der Oxidation durch die vergrößerte Oberfläche nur umso schneller ab. Deshalb verkaufen wir ungern vorgemahlen Kaffee und raten immer zu einer eigenen Mühle.

Wie bewahrt man die Kaffeebohnen also am besten auf?

Unsere Empfehlung lautet: trocken, kühl, dunkel, fern von Fremdgerüchen und so kurz wie möglich! Unsere Kaffeetüten reichen daher eigentlich aus, da sie wiederverschließbar sind. Generell sollte man Kaffee nicht im Kühlschrank oder gar im Gefrierfach lagern! Fremdgerüche und die hohe Feuchtigkeit sind die natürlichen Feinde des Kaffees und ständige Temperaturschwankungen tun ihr Übriges.