Direkter Handel

Ist unser Kaffee fair gehandelt?

Wenn man "fair gehandelt" wörtlich nehmen würde, könnten wir ohne Einschränkungen "ja" sagen. Allerdings handelt es sich bei Fairtrade nicht einfach nur um einen gebräuchlichen Alltagsberiff, sondern es handelt sich hierbei um ein Siegel bzw. eine Zertifizierung, die wir nicht vorweisen können.

Da stellt sich die Frage, ob das schlecht ist? Wir finden nicht! Denn unser Kaffee ist unserer Meinung nach besser als "Fairtrade", nämlich "Directtrade", und das wollen wir euch jetzt einmal etwas näher bringen.

Das "Fairtrade"-Siegel ist von der Idee sehr gut und die Standards sind aller Ehren Wert. Es wird zudem ein Mindestpreis garantiert (momentan um von 1,25 $ (Januar 2016) +,0,30 $ für bio), der den Bauern Planungssicherheit verspricht. Fair gehandelter Kaffee, wenn er zudem biologisch daherkommt, ist auf jeden Fall immer den Billigbohnen im Supermarkt vorzuziehen.

Doch wir versuchen bei unserem Kaffee noch einen Schritt weiterzugehen. Das Besondere am direktem Handel ist, dass es keine Mittelsmänner und Organisationen zwischen den Kaffeefarmern bzw. -kooperativen und dem Importeur und Röster gibt. Es handelt sich um keine zertifizierte Angelegenheit, doch Transparenz und Nachvollziehbarkeit werden groß geschrieben. Es ist ein Handel auf Augenhöhe. Die sozialen Standards sind sehr hoch und können durch den direkten Kontakt zu den Produzenten persönlich in Augenschein genommen werden.

Directtrade bedeutet zudem auch, dass viel Wert auf die Qualität des Kaffees gelegt wird. Gerade deshalb ist diese Form des Handels sehr weit verbreitet im Segment des Spezialitätenkaffees. Zusammen mit den Bauern können neue Aufbereitungsformen ausprobiert werden und alte Prozesse optimiert werden. Biologischer Anbau erscheint da oft als sinnvolle Konsequenz, denn Lebens- und Kaffeequalität lassen sich nur durch eine nachhaltige Bewirtschaftung erreichen.

Diese Art von Zusammenarbeit benötigt ein hohes Engagement auf beiden Seiten, wobei persönliche Zusammentreffen besonders wichtig sind. So kann die Qualität der Bohnen nahezu jährlich verbessert werden und neue Möglichkeiten erschließen sich für Farmer und Röster.

Im Jahr 2012 haben wir den Anfang genommen und auf unserer Brasilienreise die Farmer des Bob-O-Link-Projekts besucht. Wir waren aktiv an der Auswahl unseres Kaffees beteiligt und konnten so im nächsten Jahr das erste Mal unseren eigenen Kaffeeimport aufweisen. Weitere Reisen folgten im Jahre 2013 (Ecuador), 2014 (Kenia) und im Jahre 2015, in dem Kira und Robin nach Äthiopien reisten. 2016 stehet wieder Brasilien und Kenia auf dem Plan, um die Beziehungen zu vertiefen.

Zudem sind wir seit Mitte des Jahres 2016 Mitglied der Röstervereinigung Roasters United, einem Netzwerk europäischer Röster, die die gleichen Standards im Rohkaffeeeinkauf wie wir verfolgen.

Directtrade stellt also eine Zusammenarbeit dar, die um ständige Verbesserung der Qualität des Kaffees und der Lebensqualität bemüht ist. Es ist kein starres Siegel, sondern dynamisch und individuell und basiert natürlich auch auf Vertrauen. Für uns als Kaffeeverrückte stellt es alles dar, was uns wichtig ist: Handel auf Augenhöhe, guter Kaffee und damit eine Verbesserung von unserem Leben und das des Farmers.

 

Im Zuge des direkten Imports kann es jedoch immer vorkommen, dass von uns importierter Kaffee nicht bis zum Eintreffen der nächsten Ernte ausreicht. In diesem Falle müssen wir uns jedes Mal entscheiden, ob wir den Kaffee aus dem Programm nehmen oder kurzfristig mit ebenso hochwertigem, aber nicht direkt von uns importierten Kaffee ersetzen. Falls wir uns für einen Ersatz entscheiden, wählen wir die Händler mit großem Bedacht aus!